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Barrierefrei sanieren: Bad, Wohnung und die Frage der Förderung

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Accessible bathroom with wall-mounted toilet, grab bars, sink, shower with seat and handheld showerhead

Was barrierefrei im Wohnbereich tatsächlich bedeutet

Es bedeutet Bewegungsflächen, Durchgangsbreiten und Montagehöhen – nicht Haltegriffe an jeder Wand. Ein gut geplantes barrierefreies Bad sieht aus wie ein gut geplantes Bad. Der Unterschied steckt in Maßen, die man nicht sieht, und in Entscheidungen, die beim Bau getroffen wurden.

Deshalb ist der verbreitete Gegensatz „schön oder altersgerecht“ ein falscher. Eine bodengleiche Dusche ist heute Standard, weil sie bequem ist. Eine breitere Tür fällt niemandem negativ auf. Ein wandhängendes WC erleichtert das Putzen. All das ist Komfort, der nebenbei Barrieren vermeidet.

Das Bad: vier Entscheidungen, die zählen

1. Die bodengleiche Dusche

Der wichtigste Punkt und der, der am stärksten von der Bausubstanz abhängt. Ob sie möglich ist, entscheidet die verfügbare Aufbauhöhe – und die zeigt sich erst, wenn der alte Belag herunter ist. Ein Punktablauf braucht weniger Höhe als eine Rinne; im Altbau mit Holzbalkendecke wird es enger als im Bau mit schwimmendem Estrich.

2. Die Türbreite und die Öffnungsrichtung

Eine zu schmale Badtür lässt sich später nur mit Aufwand verbreitern. Ebenso wichtig: Eine nach innen öffnende Tür blockiert im Notfall den Zugang. Nach außen öffnend oder als Schiebetür gelöst, ist dieses Problem erledigt – und der Platz im Bad wird gleich mit gewonnen.

3. Die Bewegungsfläche vor den Objekten

Vor Waschtisch, WC und Dusche braucht es freie Fläche. Das ist der Grund, warum in kleinen Bädern oft weniger hineingeplant werden sollte, nicht mehr. Ein schmaler Waschtisch mit Bewegungsraum davor ist brauchbarer als ein breiter, vor dem man sich vorbeidrücken muss.

4. Vorbereiten statt einbauen

Haltegriffe müssen nicht von Anfang an montiert sein – die Befestigungsmöglichkeit aber schon. Eine Vorwand mit eingebauten Traversen an den richtigen Stellen kostet beim Bau wenig und erlaubt später die Montage ohne erneutes Aufreißen. Dasselbe gilt für einen höhenverstellbaren Waschtisch oder eine Sitzgelegenheit in der Dusche.

Über das Bad hinaus: die übrige Wohnung

Barrieren sitzen selten nur im Bad. Was sich bei einer ohnehin laufenden Sanierung fast nebenbei mitlösen lässt:

  • Schwellen zwischen Räumen. Bei neuem Bodenaufbau lassen sich Übergänge schwellenlos ausführen – nachträglich ist das aufwendig.
  • Zugänge zu Balkon und Terrasse. Der häufigste verbliebene Absatz in einer sonst ebenen Wohnung.
  • Schalter- und Steckdosenhöhen. Etwas höher gesetzte Steckdosen und etwas tiefer gesetzte Schalter sind für alle bequemer.
  • Beleuchtung. Der Bedarf an Licht steigt mit dem Alter deutlich. Mehr Lichtpunkte und blendfreie Ausleuchtung sind wirksamer Schutz vor Stürzen – und kosten im Rohbau fast nichts.
  • Bodenbeläge. Rutschhemmung im Bad, keine losen Teppiche, kontrastreiche Übergänge, damit Stufen erkennbar bleiben.

Vorsorge oder Notwendigkeit – zwei verschiedene Projekte

Der Unterschied ist größer, als er zunächst wirkt, und er bestimmt das Vorgehen.

Bei der Vorsorge haben Sie Zeit. Sie können die Maßnahme mit einer ohnehin anstehenden Sanierung verbinden, in Ruhe planen, Förderanträge fristgerecht stellen und den Umfang nach Budget staffeln. Das ist der deutlich günstigere Weg – auch weil Sie nur einmal aufreißen.

Im akuten Fall – nach einem Sturz, nach einem Krankenhausaufenthalt – zählt Geschwindigkeit. Dann geht es zuerst um das, was Nutzung sofort ermöglicht: Zugang zur Dusche, sichere Griffe, ausreichend Licht. Der Rest kann folgen. Wichtig ist, in dieser Situation nicht in Provisorien zu investieren, die später wieder herausmüssen.

Wer die Wahl hat, sollte sie nutzen. Die meisten Menschen bauen um, wenn es akut wird – und zahlen dafür mehr, als wenn sie es bei der letzten Sanierung mitgedacht hätten.

Förderung: die Reihenfolge ist wichtiger als der Betrag

Für den barrierefreien Umbau kommen mehrere Förderwege infrage – unter anderem ein Zuschussprogramm für altersgerechtes Umbauen, Leistungen der Pflegekasse bei vorliegendem Pflegegrad sowie die steuerliche Berücksichtigung von Handwerkerleistungen. Welcher Weg in Ihrem Fall gangbar ist und was sich kombinieren lässt, hängt von Ihrer Situation ab.

Unabhängig davon gilt eine Regel, an der die meisten Anträge scheitern:

Der Antrag gehört vor die Auftragsvergabe. Wer erst beauftragt und dann beantragt, verliert den Anspruch – auch bei ansonsten förderfähigen Maßnahmen. Das ist ärgerlich und vollständig vermeidbar.

Zweiter Punkt: Förderfähigkeit hängt an Ausführungsdetails, nicht an der Absicht. Türbreiten, Bewegungsflächen und die Ausführung der Dusche müssen die jeweiligen Anforderungen erfüllen. Deshalb planen wir von Anfang an danach, wenn eine Förderung im Raum steht – nachträglich lässt sich ein Maß nicht korrigieren.

Häufige Fragen

Muss das ganze Bad umgebaut werden?

Nicht zwingend. Wenn Leitungen und Bodenaufbau in Ordnung sind, lässt sich oft gezielt die Dusche umbauen. Sobald aber der Boden geöffnet werden muss, spricht viel dafür, den Umfang größer zu fassen – der aufwendige Teil fällt sonst zweimal an.

Geht ein barrierefreies Bad auch auf wenigen Quadratmetern?

Häufig ja, aber mit Verzicht. Wenn Bewegungsfläche entstehen soll, muss etwas anderes weichen – meist die Badewanne oder ein Teil des Stauraums. Diese Abwägung sollte bewusst getroffen werden, nicht nebenbei.

Wie lange dauert so ein Umbau?

Wie bei jeder Badsanierung bestimmen die technischen Trocknungszeiten das Tempo, nicht die Arbeitstage. Wenn nur ein Bad vorhanden ist, takten wir enger und sagen vorab, an welchen Tagen es nicht nutzbar ist.

Lohnt sich das, wenn ich noch fit bin?

Gerade dann. Die Maßnahmen sind bei einer laufenden Sanierung deutlich günstiger als einzeln im Ernstfall – und sie machen das Bad sofort komfortabler, nicht erst in zwanzig Jahren.

Planen wir es einmal richtig

Ob eine bodengleiche Dusche bei Ihnen möglich ist, welche Maße Ihr Bad hergibt und welche Vorbereitungen sich lohnen, lässt sich nur vor Ort klären. Wir sehen uns Aufbauhöhe, Türsituation und Leitungsführung an – und stimmen den Zeitpunkt der Auftragserteilung so ab, dass eine Förderung nicht daran scheitert.

Mehr zur Badsanierung oder direkt einen Ortstermin vereinbaren.

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